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Welches Antidepressivum gebe ich wem?

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Cipramil, Cipralex, Cymbalta, Trevilor. Wem gebe ich denn nun wann welches Antidepressivum?

Wenn ich mich entschieden habe, ein Antidepressivum zu verordnen, habe ich einen bestimmten Algorithmus im Kopf, nach dem ich aussuche, welches Medikament ich gebe.

1. Frage: Hat diese Patientin, hat dieser Patient schon mal ein bestimmtes Antidepressivum erhalten, und hat es überzeugend gewirkt? Wenn Ja, dann gebe ich das gleiche wieder. Punkt. Ende des Algorithmus.

2. Frage: Verordne ich das Antidepressivum gegen eine generalisierte Angststörung? Dann gebe ich Duloxetin (Cymbalta) oder Venlafaxin (Trevilor), letzteres ist explizit gegen die generalisierte Angststörung zugelassen. Beide sind sehr gut wirksam in dieser Indikation. Beide sollten hoch dosiert werden.

3. Frage: Verordne ich das Antidepressivum gegen eine Zwangsstörung? Dann gebe ich zuerst Citalopram (Cipramil). Ich strebe eine höhere Dosis an, zunächst 40 mg pro Tag, im Einzelfall ist dann zu prüfen, ob trotz der bekannten Risiken eine höhere Dosis zu wählen ist. Die QTc Zeit muss dabei gemonitort werden, der Pat. über den Warnhinweis aufgeklärt werden. Citalopram kann in höheren Dosierungen als 40 mg die QTc Zeit verlängern und zu gefährlichen Rhythmusstörungen führen (siehe auch hier).

Bleiben im Wesentlichen die unipolaren und bipolaren Depressionen.

4. Frage: Handelt es sich um eine Depression mit reduziertem Antrieb, normalem Antrieb oder gesteigertem Antrieb (agitierte Depression)?

  • Bei Patienten, die einen sehr stark reduzierten Antrieb haben, beginne ich mit Duloxetin (Cymbalta), Zieldosis 60-90 mg.
  • Bei etwas reduziertem und normalem Antrieb verordne ich im ersten Schritt Citalopram, Zieldosis 40 mg pro Tag. In der Regel führt dies zu einem guten Ergebnis.
  • Reicht der Erfolg nicht, wechsele ich bei einer Depression mit reduziertem Antrieb zügig (zwei Wochen) auf Duloxetin (Cymbalta), weil dies nicht nur die Serotonin Wiederaufnahme hemmt, wie das Citalopram, sondern zusätzlich noch die Noradrenalin Aufnahme hemmt, was den Antrieb steigert.
  • Bei Patienten mit einem normalen Antrieb wechsele ich erst nach etwa 3-4 Wochen ohne erkennbaren Therapieerfolg auf Duloxetin.
  • Bei gesteigertem Antrieb und insbesondere bei Schlafstörungen bevorzuge ich Mirtazapin (Remergil) zur Nacht. Dies empfehle ich aber nur, wenn kein Gewichtsproblem besteht und nachdem ich über die Möglichkeit einer Gewichtszunahme unter Mirtazapin informiert habe und der Patient zustimmt. Ich beginne dann mit 15 mg zur Nacht. Je nach Schwere der Schlafstörung und Agitation steigere ich Mirtazapin auf bis zu 45 mg pro Tag. Reicht das, um die Schlafstörung zu beheben und den Antrieb zu normalisieren, bleibe ich bei 15 mg Mirtazapin zur Nacht und ergänze 20-40 mg Citalopram am Morgen.

Mit diesem Algorithmus komme ich in 95 % der Fälle hin. Reicht die Wirkung nicht aus oder kommt es zu Nebenwirkungen, verwende ich folgende Austauschpräparate:

  • Citalopram (Cipramil) wird nicht vertragen: -> Escitalopram (Cipralex) versuchen. Beide sind reine Serotonin-Wiederaufnahme Hemmer und werden in der Regel recht gut vertragen und sind sehr wirkstark.
  • Duloxetin wirkt nicht stark genug: -> Venlafaxin versuchen. Beide hemmen sowohl die Serotonin Wiederaufnahme als auch die Noradrenalin Wiederaufnahme. Venlafaxin hemmt in hoher Dosis unerwünschterweise auch die Dopamin Wiederaufnahme und kann daher wahnhafte Symptome triggern oder verstärken und es macht oft stärker unruhig als Duloxetin, wirkt aber in einzelnen Fällen besser.

Was ist mit den “Alten Antidepressiva” ?

  • Clomipramin gebe ich manchmal als Augmentation bei Zwangserkrankungen.
  • Amitriptylin gebe ich manchmal bei chronifizierten Schmerzstörungen.
  • Fluoxetin, Fluvoxamin, Mianserin, Paroxetin und die ganzen anderen älteren Antidepressiva gebe ich nur nach Regel 1: Hat schon mal geholfen, dann verordne ich sie wieder. Ansonsten verwende ich sie nicht.

Wenn das alles nicht hilft?

  • Augmentation mit Lithium. Hilft oft.
  • Augmentation mit Schilddrüsenhormon. Hilft selten. Mache ich nur in Einzelfällen.

Was noch zu beachten ist:

  • Schwere wahnhafte Depression: EKT.
  • Bei Vorliegen einer wahnhaften Komponente oder wahnähnlichem Grübeln ein niedrigdosiertes Neuroleptikum ergänzen.
  • Bei Patienten mit sehr großer Angst und keiner Abhängigkeit in der Vorgeschichte ein Benzodiazepin erwägen.
  • Bei Suizidalität ein Benzodiazepin ergänzen.
  • Den normalen Zeitverlauf der Besserung würdigen: Etwa zwei Wochen nach Beginn einer antidepressiven Medikation kommt oft eine Antriebssteigerung, nach etwa vier Wochen kommt oft die Stimmungsverbesserung. Angststörungen verbessern sich etwa nach vier bis sechs Wochen, Zwangsstörungen oft erst nach sechs bis zwölf Wochen.

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96 Kommentare zu “Welches Antidepressivum gebe ich wem?

  1. Und wo ordnest Du Opipramol ein?

  2. Aufgrund der Hinweise aus dem Brief mit der roten Hand wäre m.E. eine Therapie von Citalopram in höheren Dosierungen nicht mehr unproblematisch, insbesondere wenn man an eine mögliche ambulante Fortsetzung der medikamentösen Therapie überlegt. Meine erste Wahl zum Bsp. bei Zwangsstörungen wäre eher Paroxetin auf 60-80mg aufzudosieren. Auch Clomipramin ist sicherlich etwas schlechter verträglich als die SSRI´s aber von der Wirksamkeit immer wohl noch am höchsten einzuschätzen.

  3. Konnte man Wirkunterschiede auf einzelne Symptome wie z.B. den Antrieb auch in Studien zeigen, oder begründet sich der Algorithmus eher aus dem klinischen Gefühl?

  4. Tja ob das Duloxetin echt so viel kann wird aber auch noch bezweifelt, so wird es etwa im kleinen Nachbarland mit den vielen Tulpen totz auch hier recht hohem Werbeaufwand der vertreibenden Manufaktur kaum verschrieben und Venlafaxin scheint doch auf dem Papier wirksamer und als Generika auch ökonomischer…
    siehe z.B. auch hier -> Cipriani A, et al Lancet. 2009 Feb 28;373(9665):746-58. Review. FINDINGS: Mirtazapine, escitalopram, venlafaxine, and sertraline were significantly more efficacious than duloxetine…

  5. Interessant, mal zu lesen, wie Psychiater ein Medikament verordnen. Bzw. wie einer das tut.
    Ich hatte auch ganz am Anfang erst einmal Citalopram bekommen. Das hat jedoch nicht gewirkt, es hatte nur nach einer Zeit unkontrollierbare Euphorieanfälle ausgelöst, nach denen ich nur noch tiefer gefallen bin. Dann hatte ich Venlafaxin bekommen. Damit gings mir gut.

    interessanter Blog, ich werd ihn weiter verfolgen, denke ich.
    LG
    zero

  6. [...] Hier der Artikel zur Auswahl eines Antidepressivums. Weiterempfehlen:FacebookTwitterE-MailDruckenGefällt mir:Gefällt mirSei der Erste, dem dieser [...]

  7. Auf dem DGPPN Kongress war allerdings zu hören, dass all diese Nervengifte die Depression eher chronifizieren als sie zu heilen.
    Ebenfalls auf dem DGPPN Kongress war zu hören, dass die Effektstärke von einem normalen Gespräch genauso hoch ist.
    Wird da etwa Einsamkeit chemisch behandelt

    • Danke für diesen interessanten Hinweis. Ich habe es nur vermutet, aber hier ist gerade die Bestätigung. Die stecken alle unter eine decke und jeder hält die hand auf. Alles zum ihrem Wohle,sprich Geldbeutel. Einfach nur abartig !

  8. Amitriptylin mit steigender dosisiereung hab ich zum schlafen bekommen das hat am besten gewirkt, aber habe 15 kg zugenommen
    Verschiedene Schlaftabletten hatten bei mir keinerlei Wirkung außer das ich morgens zum nicht geschlafen noch einen ätzenden Metall Geschmack im Mund hatte.

    • geht mir genauso, Amitriptylin ist das einzige Schlafmittel, was mir zu erholsamen Schlaf verhilft. Dominal und Prometazin bewirken zwar, DASS ich schlafe, aber der Schlaf ist nicht erholsam. Und Seroquel verstärkt bei mir die Depressionen.

  9. Was ist mit den selektive Noradrenalin-/Dopamin-Wiederaufnahmehemmer (NDRI) Bupropion und Methylphenidat? Bei Methylphenidat könnte die missbräuchliche Anwendung ein Grund sein, aber bei Bupropion nicht. Zu welchen Patienten passen die und warum kommen diese nicht bei Ihnen vor?

  10. ich habe echt angst,durch cipralex und später auch citalopram hatte ich solches herzrasen ich dachte ich sterbe.nehme jetzt opipramol.aber ich leide darunter das ich immer noch keine glücksgefühle wie früher verspüre.das geht jetzt s seit 2004.wer kann mir helfen??

  11. @marco peschel

    Angst zuerst mit Xanax runterholen und parallel ein SNRI wie Venlafaxin einstellen. Doch Venlafaxin sollte nur langsam gesteigert werden. Kapseln aufmachen und die Hälfte wegschütten! (bei 37.5mg) innert 3 Tagen auf 37.5mg bleiben und dann wieder langsam auf 75mg,150mg oder 300mg. Wobei ab 300mg Venlafaxin auch eine Dopamin Wiederaufnahmehemmung stattfindet.
    Nachdem man mit der Angst zurechtkommt sollte man aufgrund von Suchtgefahr auf Pregabalin (Lyrica) umsteigen.
    SSRI stumpfen einen eher runter als ein SNRI.
    Bei zusätzlichen Schlafstörungen können auch Trazodon oder Mirtazapin helfen.

    • Hallo Danke für Deinen Kommentar.
      Zur Suchtgefahr möchte ich nur kurz klarstellen, dass die Benzodiazepine diese haben, Venlafaxin oder andere Antidepressiva aber nicht.
      Beste Grüße!

      • Mit der Suchtgefahr bei benzos stimme ich ihnen zu. Aber was ist mit den ADs ?
        Keine Abhängigkeit ? Ich bin da im Zweifel ? Trotz 5 prozentiger Ausschleichens von der Ausgangsdosis aller 6 Wochen ,mächtige entzugserscheinungen. Der Körper reagiert paradox. Wie kann es sein, die Realität sieht leider anders aus und steht im Widerspruch zu ihrem genannten. Und ich bin sicher kein Einzelfall, etliche kämpfen täglich gegen diese absetzsymptome und Langzeitsymptomen. Schauen sie doch einmal in depressionsforen, dort können sie lesen wie viele verzweifelt kämpfen um von den ADs runterzukommen und was es aus ihnen gemacht hat. Das ist die Realität, alles andere ist Verharmlosung .

  12. [...] Antidepressiva: psychiatrietogo.wordpress.com/2012/02/11/welches-antidepressivum-gebe-ich-wem [...]

  13. Ich habe von Citalophram 40mg auf Venlafaxin 150mg gewechselt. Die generalisierten Ängste wurden sehr viel besser, allerdings hatte ich das Gefühl, dass sie den Antrieb eher schwächten, ich 10kg zunahm und aus den rezivierenden depressiven Verstimmungen wurde eine schon länger anhaltende Depression. Inzwischen bin ich auf 225mg Venlafaxin, aber habe extreme Übelkeit. Wäre es besser komplett auf ein anderes Medikament zu wechseln, oder die Venlafaxin runter und zusätzlich etwas anderes für die Nacht, dass auch gegen die Schlafstörungen hilft?

    • Hallo Tine,

      bitte habe Verständnis dafür, dass ich hier ganz grundsätzlich keine Empfehlungen oder Einschätzungen zu individuellen Therapien geben kann. Hierfür wäre ja eine persönliche Untersuchung nötig, die Schilderung alleine reicht für eine Einschätzung nicht aus. Bitte besprechen Sie diese Frage mit Ihrem behandelnden Arzt.
      Beste Grüße

  14. Was ist bei Frage 2. mit hoch dossiert gemeint, wie viel mg?

  15. Ich habe bzgl Psychopharmaka auch ein paar interessante Erfahrungen gemacht:
    Zuvor meine einstweilige Diagnose: Gen. Angststoerung mit Depression und leichten Gruebelzwaengen.

    NL die ich schon konsumieren durfte: Zyprexa, Abilify, Seroquel
    AD bis jetzt: Citalopram, Escitalopram, Bupropion, Milnacipran, Clomipramin, Duloxetin, Fluoxetin
    Sonstiges: Trazodon, Dominal, Pregabalin, Concor, versch. Benzos

    Momentane Medikamenteneinstellung:
    Cymbalta 180mg, Lyrica 600mg, Concor 2,5mg, Dominal 80mg zum schlafen

    Bin stabil und es geht mir relativ gut – nur schwitze ich viel, hab Palpitationen (daher Concor … Hilft aber ausgezeichnet gegen Herzphobie!) und 8 Kilo zugenommen. Beginne jetzt schön langsam Lyrica und Cymbalta zu reduzieren.

    Persönliche Favourites: Cymbalta (bestes AD für mich), EsCitalopram (wunderbar bei Depri aber zu schwach bei Angst/Panikattacken), Concor (zwar Betablocker, wirkt aber sehr beruhigend bei Brustenge!)
    Absolutes No-Go: Zyprexa (gehört als Augmentation bei Depri verboten!!!, Zombie-NL) und Fluoxetin (Verschlimmung der Depressio und körperliche Zustände)

    Ich hoffe ich konnte dir in aller Kürze ein paar Hard-Facts aus meinem Medikamentenleben schildern. ;-) Danke für die äußerst informative Seite!

    • Hi JimBim!
      180 mg Cymbalta ist schon eine sehr hohe Dosis. Und Du sagst, dass Du Palpitationen hast, womit Herzrhythmusstörungen gemeint sein können. Wann wurde denn zuletzt ein EKG geschrieben? Hast Du das mit den Palpitationen Deinem Psychiater erzählt? SSRI’s können ja manchmal Herzrythmusstörungen als Nebenwirkung verursachen…

      • Hallo Jan!
        Ich habe ja den Newsfeed deines Blogs abonniert und musste jetzt wirklich laut auflachen da ich im taz-Artikel zitiert werde. ;-)
        Bezüglich Cymbalta: 180mg sind sehr hoch, natürlich. Ich wurde aber stationär auf diese Dosis eingestellt und der Primar der Klinik war der Meinung, dass man bedenkenlos bis auf 180mg hochdosieren kann. Und ja, im Anschluss an den Klinikaufenthalt hab ich sogar ein 24h-EKG gemacht. Alles im grünen Bereich, nur der Blutdruck ist seitdem ich Cymbalta nehme ein wenig hoch.

        Inzwischen habe ich die Dosis aber wieder auf 120 mg runterdosiert. War schon kurz auf 60, aber das ist mir viel zu wenig. Bei Lyrica bin ich jetzt von 2×300 auf 2×100 runter – ich merke richtig wie sich die Nebel in meinem Kopf lichten und meine Konzentrationsfähigkeit sprunghaft besser wurde. Cymbalta dürfte die Angstkomponente wirklich auch sehr gut abdecken (was bei mir Cipralex nicht schaffte) und daher werd ich Lyrica in den nächsten 2-3 Monaten absetzen.

      • Ahja, und eines will ich noch anmerken:
        Ich hab während meiner Cymbalta-Zeit mal mit dem Rauchen aufgehört und wieder angefangen und die Erfahrung gemacht, dass ich ohne Rauch viel aktivierter bin. Dann hab ich etwas in Publikationen gewühlt … leider ist nur der Abstract gratis einsehbar.

        http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18651344

        Rauchen senkt das Serumlevel von Duloxetin.
        Beste Grüße

  16. Hier fehlt ganz klar, zumindest versuchsweise und wenn keine Neigung zu Psychosen vorliegt, Dronabinol (das ist der Cannabis- Wirkstoff THC).

    Dronabinol kann von jedem Arzt auf einem BTM-Rezept verschrieben werden, allerdings muss der Patient die Kosten zur Zeit i.d.R. noch selbst tragen.

    Viele Patienten berichten (s.a. diverse Foren), dass sie während der Dronabinol-Behandlung Ihren bisherigen Medikamentencocktail drastisch reduzieren können.

    Dazu kommt, dass Dronabinol nicht ansatzweise so heftige Nebenwirkungen hat wie viele klassische Psychopharmaka bzw. Schmerzmittel.

    Für weiterführende seriöse ärztliche Informationen empfehle ich die Seiten des ACM:

    http://www.cannabis-med.org/?lng=de

    • Ich selbst empfehle das nicht, zum einen wegen des von Dir erwähnten Potentials, Psychosen auszulösen, zum anderen natürlich wegen des Abhängigkeitspotentials. Und es ist natürlich in dieser Indikation nicht zugelassen. Damit sage ich nicht, dass es nicht möglicherweise eine antidepressive Wirkung hat. Aber die hat auch Opium… :-)

    • also bei mir wirkt Cannabis als Stimmungsverstärker, und zwar jede Stimmung ! (Trauer, Niedergeschlagenheit, Euphorie, etc.)
      Auch Hunger —–> Freßflash, Küche wird leergefressen ;-)

      Wäre bei mir als Psychopharmakon also denkbar ungeeignet.

  17. Hallo psychiatrietogo,

    ich habe bereits sehr viel alleine recherchiert aber ich bin immer noch sehr verunsichert.
    Ich nehme bereits seit Jahren fluoxetin (mittlerweile 40mg). Nun habe ich – nach zweitägiger Einnahmepause – zu citalopram gewechselt. Das habe ich natürlich alles mit meinem behandelnden Facharzt besprochen.
    Ich weiss einfach nicht was besser ist für mich. (Ich neige zu Gewichtszunahme und Schlafstörungen). Ich hatte schon einmal von fluoxetin auf citalopram gewechselt und wegen Schlaf – und orgasmusstörungen wieder nach ca drei Wochen zu fluoxetin gewechselt. Soll ich dieses Mal länger warten? Sind diese Nebenwirkungen vorübergehend? Ich schlafe wieder seit tagen nicht….

    Ich schreibe gerade vollig übermüdet im dunkeln – bitte verzeiht meine tippfehler.

    Beste Wunsche

    Insomnia

    • Hallo Insomnia,
      vielen Dank für Ihr Interesse an meinem blog. Gerne berichtet ich hier ganz allgemein über psychiatrische Themen und halte mich auch mit Wertungen nicht zurück.
      Was ich allerdings nicht tun kann, ist, in individuellen Fällen eine diagnostische oder therapeutische Einschätzung zu leisten. Hierfür sind die Situationen auch zu individuell, das würde der Komplexität jeden Einzelfalles nicht gerecht. Darüber hinaus verbietet es auch das Standesrecht. Bitte wenden sie sich mit Ihrem Anliegen daher an einen praktizierenden Psychiater in Ihrer Nähe.
      Ich bitte um Ihr Verständnis und wünsche Ihnen noch viel Spaß beim weiteren Verfolgen des blogs.
      Beste Grüße,
      Ihr psychiatrietogo

  18. Also ich nehme seit einiger Zeit abends 45 mg mirtazapin und morgens 30 mg Cymbalta. Mir ging es gut, aber jetzt kommen die angstzustände und depressionen wieder. Woran kann das liegen?

    • Sehr geehrte Picoline,
      vielen Dank für Ihr Interesse an meinem blog. Gerne berichte ich hier ganz allgemein über psychiatrische Themen und halte mich auch mit Wertungen nicht zurück.
      Was ich allerdings nicht tun kann, ist, in individuellen Fällen eine diagnostische oder therapeutische Einschätzung zu leisten. Hierfür sind die Situationen auch zu individuell, das würde der Komplexität jeden Einzelfalles nicht gerecht. Darüber hinaus verbietet es auch das Standesrecht. Bitte wenden sie sich mit Ihrem Anliegen daher an einen praktizierenden Psychiater in Ihrer Nähe.
      Ich bitte um Ihr Verständnis und wünsche Ihnen noch viel Spaß beim weiteren Verfolgen des blogs.
      Beste Grüße,
      Ihr psychiatrietogo

    • Wirkungsverlust mit der Zeit. Kann bei allen Psychopharmaka so kommen. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20728491

      Leute, die an chronischen Schmerzen leiden, kennen diese leidvolle Erfahrung auch. Dass die Schmerzmittel mit der Zeit immer schlechter wirken, ihre Wirkung verlieren.

  19. Wie schon oben beantwortet, ist cymbalta mit 90-120 mg hochdosiert, ich finde halt meine 30 mg sehr niedrig und vielleicht auch wirkungslos, da die empfohlene Dosis sowieso bei 60 mg liegt.

  20. Ich nehme jetzt seit einiger Zeit Sertralin 100mg, aufgeteilt auf eine Dosis am Morgen und am Nachmittag und hatte Anfangs das Gefühl, dass mir diese Medikation durchaus hilft. Und das ohne Nebenwirkungen (naja, bis auf Mundtrockenheit, das lasse ich durchgehen).
    Durch meine Einschlafstörung, die ohne Medikamente bis hin zu Durchwachen geht und mich mehr und mehr in eine Tag-Nacht-Umkehre bringt, nehme ich vor dem Einschlafen zusätzlich 10mg Zolpidem. In den letzten Tagen kommt noch 1mg Lorazepam dazu, weil ich selbst mit dem Schlafmittel nicht mehr einschlafen konnte und die Dosis bis zu verdreifachen musste. Ich bin daran, alternative Lösungen zu den Schlafmedikamenten zu finden, denn als Dauerlösung will ich das nicht. Der Schlaf muss sich ja irgendwie auch selber einstellen. Mir da zu helfen ist auf jeden Fall auch eine Aufgabe des Therapeuten.
    Was mir in letzter Zeit eher Sorgen macht ist, dass mein Antrieb wieder extrem viel weniger geworden ist. Ich tue mich sehr schwer, mich zu etwas aufzuraffen, bin nach wenigen Aktivitäten todmüde und habe das Gefühl, dass ich den ganzen Tag nur schlafen könnte. jetzt frage ich mich natürlich, ob das Sertralin nicht mehr so gut anschlägt, wie zu Beginn, bzw. ob es vielleicht doch nicht das Richtige ist für mich. Ich habe es mit einer Dosiserhöhung auf 150mg versucht, doch dann bekomme ich krasse Nebenwirkungen wie starker Druck im Kopf, Krampfen in den Wangen, verstärktes Klingeln in den Ohren und Händezittern. Das sind mir zu viele Nebenwirkkung, die ich auf Dauer einfach nicht ertragen will.
    Wenn ich Ihren Beitrag richtig verstanden habe, wäre es also vielleicht eine Idee, von Sertralin auf Duloxetin oder sogar Venlafaxin zu wechseln. Es sei denn, Sertralin ist nicht mit Citalopram gleichzusetzen?

    • Hallo fiirvogu!
      Der Betreiber dieser Webseite ist Arzt und darf (leider) keine Tipps und Empfehlungen bezüglich Medikamente geben.
      Ich bin aber Betroffener und “Laie” und ich kann meine Erfahrungen und meinen Senf hier abgeben. ;-)

      Zuerst einmal will ich anmerken, dass du mit Zolpidem sehr aufpassen musst. Ich hab es selbst ein paar Mal genommen und find dass es eine richtige Bombe ist und man sich schnell an das Einschlafen mit diesem Präparat gewöhnt – daher geht’s ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr ohne. Ich würde dir dringend anraten auf etwas schlafanstoßendes und nicht so süchtig machendes umzusteigen – bewährt haben sich diesbezüglich Trazodon oder Prothipendyl (Dominal forte 80mg).

      Duloxetin und Venlafaxin sind im Gegensatz zu Sertralin und Citalopram SNRI – hemmen also zusätzlich auch die Aufnahme von Noradrenalin im synaptischen Spalt. Dem Noradrenalin (bzw. dessen Konzentrationserhöhung) werden antriebssteigernde Effekte zugeordnet (im Gegensatz zum Serotonin, dem eher stimmungssteigernde Effekte zugeschrieben werden) – das heißt sie “treiben” dich ein bisschen an. So wie du deine Situation beschreibst, ist ein Umstieg auf Duloxetin sicher einen Versuch wert! Am Anfang kann man sich ein bisschen unruhig und nervös fühlen, vielleicht auch ein bisschen ängstlich, aber das geht schnell weg und die Steigerung des Antriebes ist bald als positiver Effekt spürbar. Ich persönlich habe schon viele Antidepressiva ausprobiert und für mich ist Duloxetin das beste AD. (Vor allem weil es auch bei Ängsten sehr gut hilft)

      Geh zu deinem Psychiater und rede einfach darüber. Ich wünsch dir alles Gute!

      • Hi JimBeam

        Danke für Deine Antwort. Ich hätte jetzt vom Doc auch keine medizinische Beratung erwartet – ich weiss, dass er das nicht darf. Und ich habe ja meinen Therapeuten, zu dem ich gehen kann, wenn ich mit den Medikamenten etwas verändern will. Ich gehöre nur einfach zu den Menschen, die sich gerne im Vorfeld informieren und sich ein Bild machen von Substanzen, die ich dann möglicherweise auch konsumiere. Die einzige Frage, die ich daher an den Doc gerichtet habe ist denn auch, ob Citalopram in der Wirkweise gleichzusetzen ist mit der von Sertralin. Dann wüsste ich nämlich, ob ich diesen Vorschlag meinem Psychiater überhaupt machen soll. :-)

  21. [...] Idee, wie ich “meinen Reserveschirm” eventuell lösen könnte, ist mir beim Lesen eines Beitrags von Psychiatrie to go gekommen. Besten Dank dafür! Und zwar habe ich bei Dr. H. (!) heute nachgefragt, ob ich nicht auf [...]

  22. [...] Siehe auch: “Welches Antidepressivum gebe ich wem?“ [...]

  23. [...] “22 Fragen zur Depression, sehr verständlich beantwortet von Prof. Holsboer, Leiter des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München“ “Depression” in der Wikipedia “Welches Antidepressivum gebe ich wem?” von diesem blog… [...]

  24. Angenommen man hat einen Fall (Ein Angstpatient, der über Jahre kaum das Haus verlassen konnte (nur mit seiner Frau zu bestimmten Orten)), der über einige Monate bei wenig Response mit Opipramol behandelt wurde und stellt diesen auf Venlafaxin um, unter dem in den Wochen 1 bis 4 unglaubliche Fortschritte gemacht werden. Er fährt in dieser Zeit z.B. spontan mit einem Freund mehrere hundert Kilometer in andere Städte und beschreibt dies als entspannte Situation. Vorher kam er selbst in die Praxis nur in Begleitung seiner Frau. Er beschreibt sich in dieser Zeit als generell hellwach bei ‘unglaublicher’ Entspannung im ‘Inneren’. Der sonst innerlich gefühlte Tremor sei wie weggeblasen.

    Ab ca. Woche 5+6 schwächt sich die positive Veränderung deutlich ab und fällt in den kommenden Wochen auf ein ähnliches, unbefriedigendes Niveau wie unter Opipramol (oder anderen SSRIs aus den Jahren davor). Ein Wechsel auf Duloxetin bleibt ebenso ohne besonderen Unterschied.

    Die 5. Woche ist mir sonst als die typische Woche bekannt, in der die Wiederaufnahmehemmung (Serotonin, partial Noradrenalin) Ihre eigentliche therapeutische Wirkung zeigt. In diesem Fall scheint aber der Zeitraum davor wirksam gewesen zu sein und beim Einsetzen des angestrebten Wirkmechanismus fällt die positive Wirkung drastisch.

    Welcher Mechanismus herrscht also zu Beginn von Venlafaxin? Ist das pharmakologisch geklärt? Lässt sich das bei diesem Patienten durch ein anderen Präparat dauerhaft nutzen?

    • Ja, es ist Noradrenalin aber das Dopamin fehlt! Concerta würde helfen für 10 Jahre. Ist aber leider BTM. Und wird auch noch Kindern gegeben. Ein trauriger Kompromiss währe Elontril.

      Die Angst wird eben bei vielen Patienten nicht durch NA verstärkt und auch nicht durch DA was ja ne Böse Droge ist. Wo ist das Dopamin AD ? Nirgends. Und bitte als Relaser und nicht aufnahmehemmer scheiss.

      • -Lyrika (fragwürdig)
        -Opioide wie Temgesic
        -Methylphenitad als Concerta
        -Benzodiazepin im Notfall
        -Tianeurax (eine Empfehlung von mir)
        Mehr gibt es imho nicht. Und alles leider nicht zugelassen für Depression oder Angstörung die sehr stark ist. Alle ADs machen die Sache Schlimmer.

    • Unglaubliche Entspanung ? ADHS Testen lassen im Erwachsen Alter.
      Nur eine Vermutung.

  25. Hallo!
    Sehr tolle Info hier! Ich habe leider vom Venlafaxin ab 75 mg Psychosen bekommen, einfängliche Niereninsuffienz und arg hohe Cholesterinwerte. Das Ausschleichen war sehr schwierig. Nun werden meine Depris und Ängste gut mit Citalopram 30mg und Mirtazapin zur Nacht 15mg gut in Schacht gehalten. Aufgrund der sehr hohen Gewichtszunahme (auch von Grund auf Medis (Östrogene) wg.Wechseljahrsbeschwerden, die ich aber wieder abgesetzt habe, soll ich nun neu eingestellt werden mit: nur noch 7,5 mg Mirtazapin dafür aber 40mg Citalopram (vertrage ich bisher sehr gut,, Blutwerte und EKG sind ok.). Ich hoffe, ich bekomme diese Einschlafstörung nicht wieder (chem. Schlafmittel darf ich nicht mehr nehmen, weil ich Zopiclonabhängig war).
    Ist diese neue Dosis als vertretbar ? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
    LG Tini

  26. Ich habe eine Frage: wie beeinflussen sich Sertralin und Zyprexa? Beide wirken ja auf das serotonerge System. Wird die vermehrte Verfügbarkeit von Serotonin wieder durch das Zyprexa neutralisiert? Vielen Dank!

  27. Hallo, als Psychotherapeut würde mich ihr Empfehlung bei alten Patienten mit Depression, Antriebsarmut und teilweise Suizidalität interessieren. In meinem Umfeld wird meist Amitriptylin oder Opipramol teilweise mit Tavor zusammen oder zB Venlafaxin verordnet.

  28. Was gibt es für Alternativen, wenn Venlafaxin nicht vertragen wird wegen Übelkeit und aus den depressiven Verstimmungen trotz 150mg Venlafaxin eine Depression wurde?
    Ausserdem sind soziale und generalisierte Ängste vorhanden

  29. Ich selbst hab ADS und nehme 150mg Venlafaxin, 27mg Concerta (Methylphenidat) sowie Alprazolam bei Bedarf. Meine Erfahrung mit Amphetamin war so, dass es mich sehr beruhigt hat aber Ängste verstärkte. Methylphenidat, Venlafaxin sowie auch Amphetamin interagieren miteinander.
    Diese Infos beruhen auf Eingenerfahrung! Besser Ärztliche Meinungen einholen.

    • Dir ist schon klar das concerta nichts mit metylphenidat zu tun hat, sondern ein Ad ist?

    • Venlaflaxin +Concerta =Amphetamin sehr Nahe. Warum nicht 1×54 Concerta + 4 Std. später 18mg ?
      Venlaflaxin würde ich da weglassen (also bitte alles mit dem Arzt Abklären)

      Ich nehme ebenfalls nur Concerta 54mg und der Angstlösende,entspannende und Antidepressive Effekt ist besser als bei jedem AD das es gibt, und besser als Medikinet Adult(totaler Dreck) Concerta ermöglichte es wieder ins Leben zurück zu kommen ohne NWs ohne Abhängigkeit ohne Absetzsymptome! Zusätzlich nehme ich von der gleichen Firma Jurnista 8mg gegen Schmerzen. Das OROS System ist sehr Inovativ, und kommt hier zur Anwendung und dadurch wirkt es so gleichmäßig, keine Toleranz, keine Abhängigkeit. Diese 2 Medikamente haben mir wirklich geholfen bis heute in immer noch gleicher Dosis ohne Schäden oder irgendwas. Jedoch ist das auf mich zugeschnitten. Alle ADs verabscheue ich…bähhhh! Ausnahme: Tianeurax und Lyrika (fraglich) Mit freundlichen Grüßen

      • Mittlerweile nur noch 225mg Venlafaxin. Kein MPD mehr, da Asperger Syndrom. War froh um die Diagnose denn bei AS ist MPD nicht zu empfehlen.

  30. Hat dies auf Der Regen fällt rebloggt und kommentierte:
    Interessanter Einblick in die Qual der Wahl

  31. Wenn ich soetwas lese wird mir kotz übel. Mir haben diese Medikamente 7 Jahre meines Lebens geraubt. Die pharmaIndustrie scheffelt Milladen,alles zum Wohle der Patienten. Macht doch endlich einmal die Augen auf und seht was ihr euren Patienten mit diesem teufelszeug eigentlich antut. Die entsetzlichen nebenwirkungen und die Spätfolgen. Wann sieht das endlich einer ?
    Die Pillen machen nicht abhängig ? Durch minimales ausschleichen , zeigen sich die heftigsten absetzsymptome. Ich bin einfach nur enttäuscht und zu zutiefst verzweifelt. Niemand hält es für notwendig Patienten ausreichend über diese Medikamente aufzuklären. Im Gegenteil, diese ADs werden noch verharmlost . Mögen all die diese Pillen schlucken, Ärzte, Pharmalogen , damit sie am eigenem Leib spüren was sie den Betroffenen eigentlich antun. Es gibt Medikamente die nicht so schädlich sind, aber diese werden ja nicht zugelassen. Warum nicht?
    Klare Antwort mit diesen mitteln wird nicht so viel verdient und große Pharmakonzerne werden ausgeschaltet und der Absatz sinkt. Hier geht es nur noch um ein Millardengeschäft und nicht mehr um den Patienten.
    Ich will nicht abstreiten das es Patienten gibt die auf Antidepressiva angewiesen sind, aber leider wird zu schnell zum Rezeptblock unbedacht gegriffen. Zu voreilig wird eine Depression diagnostiziert. Und dann beginnt der Medikamentenmarathon.
    Alles zum Wohle des Patienten, ihr könnt stolz auf euch sein.

  32. Guten Tagich habe gerade ihren Blog gefunden und finde ihn wirklioch sehr informativ
    ich hätte aber mal eine frage zu Antidepressia
    ich weiss das sie keine ratschläge für Medikamente geben können deshalb formulieren ich mal meine frage etwas anders :)

    Was geben sie Patienten die unter Depresionne Angststörungen aber gleichzeitig auch mit starker Dyskinesie da Antidepressiva ja teilweise die Dyskinesie verstä#rken kann

    welche Medikamente geben sie solchen Patienten weil ich selber habe immer eine starker verwschlimmerung der Dyskinesie mit erleben müssen und somit auch das Antidepressiva abesetzen müssen

    weshalb ich nun Lyrica und Reevotril nehme und deshalb immoment kein Antidepressiva nehme da ich glaube ich schon bald alle druch hatte ^^

  33. Hallo, ich nehme Venlaflaxin 75mg und ich habe troztem panik attaken… Alparzolam hilft mir ein bischen… Was ist Ihre Meinung?

  34. Hallo, interessante Kommentare. ich bin gerade in einer Einschleichphase mit 20mg Fluoextin und 75 mg Trazodon. ich nehme Fluoxetin seit zwölf Tagen und habe das Gefühl das noch nicht richtig wirkt und es mir ohne Fluoxetin voher nur mit 50-75 mg Trazodon besser ging und ich mehr Antrieb hatte. Schlafen tue ich bis jetzt noch nicht besser…….

  35. Hallo,
    ich wechsel gerade von citalopram 40mg zu venlafaxin 75mg. 7tage 75mg und dann steigerbar auf 150mg. Ab wann wirkt die Noradrenalinhemmung? denn der serotoninspiegel ist ja schon aufgebaut.

  36. Hallo,
    gibt es ein SSRI das bei Angst- und Zwangsstörungen hilft und nicht die QT-Zeit verlängert?

  37. Hallo,

    ich habe eine Angststörung und auch schon einige AD´s ausprobiert (Venlafaxin, Paroxetin..) Clomipramin nehme ich jetzt (150 mg), das mir zwar am Besten geholfen, aber ich habe in 2 Jahren 20 kg zugenommen…:-( hilft bei dieser Medikation überhaupt eine Diät?
    Es wurde mir zugetragen, dass Cymbalta das einige Präperat sei, bei man nicht zunehme- wer hat hier Erfahrungswerte???

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!

  38. Hallo,
    ich hoffe hier Hilfe zu bekommen. Meine beste Freundin ist eigentlich schon seit ich sie kenne eher negativ eingestellt und hatte auch immer nur Pech in ihrem Leben. Einen herrischen Stiefvater, einen Vater, den sie nie sah, eine Mutter die immer auf der Seite ihres Mannes stand, sie wurde praktisch eingesperrt bis sie 18 war. Magersucht mit 14, Therapie, Bulimie mit 15, weil sie zum essen gezwungen wurde, gewzungen zur verhassten Ausbildung, ritzt sicht seit sie 13 ist (Narben an Armen, Beinen, Bauch). Die Typen, die sie findet verarschen sie immer nur, oder sie will sie nicht. Eltern nahmen das nie ernst. Jetzt ist sie 21, wohnt nicht mehr zuhause, hat ihren Job verloren und versinkt immer tiefer. Am Wochenende hole ich sie weiß Gott wo ab, immer zugedröhnt mit Alkohol, Speed, manchmal bekifft, manchmal auch auf Koks. Jetzt hat sie seit 6 Jahren Bulimie, schlitzt ihren Körper auf, hat Sex mit Fremden, trinkt jeden Tag mind. eine halbe Flasche Vodka, obwohl sie Opipramol und Citalopram nimmt, vorher Fluoxetin, das hat sie einfach abgesetzt. Zusätzlich nimmt sie Epherin, ich weiß nicht woher sie das hat. Wahrscheinlich von irgendeinem dieser “Freunde” mit denen sie rumhängt. Ich habe den Verdacht sie nimmt ihre Tabletten nicht, sondern sammelt sie. Was kann passieren, falls sie Fluoxetin, Opipramol, Citalopram, Ephedrin und Alkohol in hoher Dosis nimmt? Ich habe Angst. Ich besuche sie, so oft ich kann, aber habe mittlerweile das Gefühl, sie will mich immer los haben… ich mache mir solche Sorgen! Ihre Mutter sorgt sich mittlerweile auch und sucht nach Therapeuten. In eine Klinik zu gehen verweigert sie mit den Worten: Vorher verschwinde ich. Therapieplätze sind rar hier, sie hat beinahe ein Jahr Wartezeit. Sind die Tabletten gefährlich? Müssen wir sie überwachen?

  39. Das hört sich beängstigend an.
    Schonmal an Methylphenitad gedacht ?
    Dazu wählen Sie einfach einen anderen Deckmantel.
    Mit freundlichen Grüßen

    • Ach du scheisse ! Was man hier so liest….Wahnsinn!
      Welches Präparat ? Keins !

      Nur Methylphenitad kommt in Frage. In stark retardierter Form.

      • Hört mal bitte auf “Karina”
        Bitte ihr macht euch kaputt! Die Pharmaindustrie macht Milliarden mit dem Dreck.

      • OMG ich geh mal Kotzen und dann Pennen. Natürlich mit Tavor,Zolpidem und morgen dann meine Pillen. Wirken Super, keine NWs…………außer: Tag Nacht Umkehr, Mundtrockenheit,praktisch kein Schlaf mehr und irgendwie fühl ich mich wie auf Koks! Es ist echt erbärmlichst. Leider ist alles für echt stark Depressive BTM Monopolisiert.

  40. Sie schreiben, dass Sie kein Fluoxetin bevorzugen. Welche Nachteile hat es, welche Vorteile hat z.B. Citalopram? Ich nehme derzeit Fluoxetin gegen Zwänge, Angst, Panik… Gibt es bessere Wirkstoffe? Es wirkt zwar ganz gut, aber nur zu 50% könnte besser sein. Nehme aber auch “nur” 20 mg.

  41. Hallo,

    ohhhh, ich bin ganz begeistert von diesem Forum. Hier steht ja wirklich jede Menge drin. Ich wünschte alle Therapeuten und Psychiater würden sich das hier mal gründlich durchlesen!!
    Ich hätte da auch mal eine Frage, die so leicht vielleicht nicht zu beantworten ist…ich wage es dennoch mal ;-)

    Ich nehme seit 2 Jahren Citalopram wegen Depression (zusätzlich Gesprächstherapie). Jetzt seit 6 Wochen gewechselt auf Fluoxetin wg. der starken Gewichtszunahme.

    Soweit so gut. Zur Zeit wieder eine stärkere depressive Phase, was vielleicht am Tablettenwechsel liegt?! Geht aber noch.

    Nun zum eigentlichen Punkt. Ich würde gerne noch ein Kind bekommen. D.H. dass demnächst ja vielleicht, wenn es klappt, eine Schwangerschaft ansteht. Zusätzlich meinte meine Psychologin, dass ich vielleicht eher Züge von manischem hätte.

    Was mache ich denn nun?

    Am Dienstag habe ich einen Termon bei meinem Psychiater. Sage ich dem…achso übrigens…ich will schwanger werden, und ich bin dann doch wohl eher bipolar und das haben Ihre Kolleginnen bisher nicht bemerkt und außerdem geht es mir gerade so lala.

    ?????

    der weist mich doch direkt irgendwo ein ;-))))

    und wenn mir jetzt einer sagt, dass ich dann wohl eine Schwangerschaft vergessen kann oder abwarten soll….

    ich habe keine Zeit mehr zum warten nach Aussage meiner Frauenärztin. Entweder versuche ich JETZT noch ein Kind zu bekommen oder ich kann es vergessen.

    Da ich leider zusätzlich auch noch Hormonelle Unterstützung brauchen werde, um überhaupt schwanger zu werden.

    Joaaa…so. Und nun? :-)

  42. Hi FuchsundKatze,

    ich bin auch bipolar und kann dir sagen das dies erst mal gar nichts negatives bedeutet.
    Kein Arzt der Welt würde dich einfach einweisen, nur weil du bipolar bist, dazu gehört schon ein wenig mehr.
    So wie du das beschreibst kann es sein das du eher der depressive Typ bist und die manische Richtung sich im hypomanischen Bereich bewegt?
    Das würde auch erklären weshalb das noch nicht festgestellt wurde, man selber sieht selten eine Veranlassung dazu diese gute Laune Phasen besonders hervorzuheben und der Arzt bekommt das dementsprechend auch nicht mit. Es kann aber genauso sein das du nach depressiven Phasen einfach nur besser drauf bist und sie nur intensiver sind, weil das Antidepressiva wirkt und weil man nach einer langen Durststrecke die Hochs auch wesentlich höher empfinden und leben kann, als sie eigentlich sind.
    Dies gilt es also abzuklären.

    Es gibt massenweise Unterschiede bei bipolaren Störungen, von den ganz schweren Fällen die in Kliniken ein und aus gehen, bis zu denen die nur gelegentlich auf Medikamente zurückgreifen und fast immer alles einigermaßen im Griff haben.
    Deshalb ist es gar nicht gesagt das du nun dauerhaft Medikamente nehmen musst, bei einem Kinderwunsch gibt es Möglichkeiten auf Medikamente zu verzichten, auch durch alternative Therapien, wie Achtsamkeit, Sport, Körpertherapie. Eine Phase erkennen lernen bevor sie richtig da ist und rechtzeitig dagegen anzugehen, das ist ein wichtiger Punkt bei dieser Erkrankung.
    Also, die Diagnose sagt erst mal gar nix aus, weder ob es so ist, noch ob du deshalb in eine Klinik müsstest. Da solltest du dich auch ein wenig an der Vergangenheit orientieren, die Krankheit verändert sich ja nicht nur weil sich die Diagnose ändert und wenn du bisher ganz gut klar gekommen bist muss sich das in der Zukunft auch nicht ändern.

    Das Wichtigste ist das du dir erst mal eine ordentliche Diagnose holst, von einem Facharzt, nur weil die Therapeutin solch Stimmungsschwankungen festgestellt hat heißt das auch noch nichts, da kann es etliche Ursachen geben die auch einfach in der Depression liegen können.
    Wenn es so sein sollte, dann kannst du den Kinderwunsch direkt mit dem Arzt besprechen, er wird das in seinen Überlegungen über die Therapieform sicher berücksichtigen und nicht gegen dich arbeiten.

    Also, erst mal nicht so viele Sorgen machen, etliche Bipolare haben Kinder und kommen zurecht.

  43. Hi Tired,

    vielen Dank für Deine Antwort.
    Ich glaube auch, dass es bei mir eher im hypomanischen Bereich liegt. Ich bin nur selber nie auf die Idee gekommen, dass dieses Hochgefühl etwas mit einer Krankheit zu tun haben könnte. Erst bei kritischem und näherem nachlesen, ist mir aufgefallen, dass einige oder auch viele dieser Punkte auf mich absolut zutreffen. Und ich eigentlich auch bisher gedacht habe, dass DAS ICH bin, also mein normaler Zustand, den es gilt anzustreben.

    Ich kann dann viel leisten, wirke wie ein Magnet auf andere, komme extrem gut bei meinen Kunden an (bin Trainerin und Coach für Führungskräfte), habe fast schon zuuu gute Laune und weiß nicht wohin mit meiner Energie (um nur einige Punkte zu nennen). Ist doch eigentlich super und will ich auch gar nicht “weg” haben.

    Und das mit den Alternativen Therapien…da komme ich auch mehr und mehr hinter, jetzt wo ich langsam feststelle, das mein bisheriger Weg doch immer wieder in der Sackgasse landet.

    Bewegung hilft gut, Achtsamkeit krieg ich noch nicht so gut hin.

    Und DANKE, dass Du gesagt hast, dass ich trotzdem noch ein Kind bekommen könnte.

    In meinem Umfeld herrscht da leider manchmal eine andere Meinung zu, weil ich in manchen Phasen nicht immer alles auf die Reihe kriege. Allerdings sorge ich IMMER dafür, dass mein Sohn nichts abbekommt, außer dass er weiß, dass ich viel Schlaf brauche. Und, wenn ich raus an die frische Luft muss, dann MUSS ich raus an die frische Luft-egal, ob es regnet oder stürmt.

    Ich glaube letztendlich kommt mein Sohn besser mit allem zurecht, als mein Mann ;-))

    Also…Danke für den Ratschlag.
    Ich werde hier einfach noch eine Weile kreuz und quer lesen und staunen, was es für eine Parallelwelt gibt, die offensichtlich immer noch tabuisiert ist.

  44. Schade, dass mir niemand sagen kann, ob es wirksamere Wirkstoffe gegen Zwangsgedanken und Ängste/Panik gibt als Fluoxetin! Das wirkt zwar schon zu 50%, aber ich weiß nicht, ob ich besser von 20 mg auf 40-80 mg erhöhen sollte oder besser den Wirkstoff wechsel? Ich nehme zusätzlich noch 100 mg Opipramol und 50 mg Metoprolol.

  45. Hallo Jochen,
    das kann ich dir leider auch nicht sagen.
    Ich selber habe schon vieles durch und auch Leute die ich kenne, aus der Erfahrung heraus finde ich das manche Medikamente laut Statistik zwar wirksamer sind, aber nicht bei jedem gleich wirksam. Bei Citalopram hatte ich nicht den gewünschten Erfolg, Bekannte von mir schon. Ein Medikament das 10 anderen gut hilft muss bei dir nicht unbedingt die Gleiche Wirkung haben. Es ist also auch ein Stück weit ausprobieren, selber zu schauen womit man am Besten klar kommt. Dadurch kann es auch etwas langwierig sein, bis man das richtige Medikament und vor allem, die richtige Dosierung für sich gefunden hat.
    Du schreibst das dir Fluoxetin ganz gut hilft, da dies schon sehr viel wert ist im Medikamentendschungel, wäre für mich der logischste nächste Schritt, die Dosierung zu erhöhen um zu schauen ob dadurch eine weitere Besserung eintritt, Wechseln kannst du das Medikament immer noch, aber man sollte nicht hin und her probieren nur weil man hier oder dort von etwas besserem gehört hat, sondern immer erst mal bei dem einen Medikament bleiben bist klar ist das eine Veränderung der Dosis nichts bringt.
    Du bist ja auch sicher bei einem Psychiater in Behandlung, der besitzt auch einen guten Überblick über infrage kommende Medikamente. Wenn du also Zweifel an deinem Medikament hast oder mehr darüber wissen willst solltest du ihn ganz offen darauf ansprechen und auf seinen Fachkenntnisse vertrauen und er wird wissen ob es besser ist die Dosis zu erhöhen oder zu wechseln.
    Ohne deinen Arzt sind deine Überlegungen ja ohnehin sinnlos, denn er muss es dir am Ende verschreiben, also warum nicht gleich das Thema mit ihm besprechen?

  46. Bei dem Thema muss ich immer an Loriot denken – aber seht selbst:

  47. Gibt es jetzt eigentlich einen signifikanten Unterschied zwischen Citalopram oder Escitalopram ? Lohnt sich ein umstieg?

  48. Ich nehme seit 3 Jahren, mit einer Pause zwischen drin von 4 Monaten cipralex 40mg gegen eine generalisierte angststörung, somatoforme Störungen und da durch Depressionen ich bin männlich und 25 jahre alt .
    welche stärkere alternative oder Ergänzung zu cipralex gibt es
    Da ich noch sehr eingeschränkt bin durch die angst und Symptome

  49. Bin jetzt seit 5 wochen auf citalopram 40 mg und abends 25 – 50 mg opipramol, morgens 25 mg metoprolol.
    Die Depressionen sind nur noch schwach, zwänge auch nur schwach, Panik situationsbedingt noch vorhanden, aber besser.
    Der antrieb lässt aber noch sehr zu wünschen übrig, verbringe sehr viel Zeit im Bett und komm kaum in die Gänge.
    Was kann ich tun?

    • Hi Mopu,
      es hört sich vielleicht etwas lapidar und zu einfach an, wobei es wirklich nicht einfach ist, aber meiner Erfahrung nach ist das beste Mittel zur Selbsthilfe das wirklich etwas bewirkt regelmäßiger Ausdauersport.
      Leider geht ohne Überwindung gar nichts, aber immerhin bemerkt man recht schnell eine Verbesserung.

  50. Duloxetin soll ja mehr Motivation machen als Citalopram. Muss man auch mit mehr oder schädlicheren Nebenwirkungen rechnen als bei Citalopram? Wirkt es auch gegen Zwangsgedanken?

  51. Ist es korrekt, dass Sertralin deutlich häufiger bei Männern zu Sexualstörungen führt als Citalopram? Oder bin ich hier falsch informiert?

  52. Mir fehlt in dieser Auflistung von Dr. Jan Dreher irgendwie Sertralin. Das hat doch in den aktuellen Metaanalysen dermaßen gut abgeschnitten zusammen mit escitalopram. Wie sind die Erfahrungen mit Sertralin?

  53. Interessante Aufstellung!

    Ich habe noch eine Frage dazu “Bei Vorliegen einer wahnhaften Komponente oder wahnähnlichem Grübeln ein niedrigdosiertes Neuroleptikum ergänzen.”
    Welche Neuroleptika?

  54. Ich habe starke Depressionen Angst und Panikattacken. Ich nehmen seit 4 Monaten cipralex (8 wochen 20 mg, dann 30 mg.). Und seit 3 Monaten Tavor bei Bedarf (ca. 2 mg). Ich hatte keine positive Wirkung. Dann hat mein Doc, mir vor einer Woche Mirtazapin 30 mg. verschrieben. Ich weiß nicht, ob diese Kombination was hilft. Bitte Empfehlungen und Ratschläge. Gruß an alle Depri-Kranken.

  55. Ich hab irgendwie alles davon. Zwangsstörung, Angststörung, Depressionen, Antriebslosigkeit, Unruhe, … Welches Antidepressivum nehm ich jetzt? Fluoxetin macht mich unruhig und noch mehr Ängstlichkeit. Opipramol sediert. Citalopram macht müde und antriebslos. Was nehmen?

  56. Also mit Sertralin geht es mir jetzt deutlich besser. Weniger Appetit, mehr Antrieb und Motivation, ausgeschlafener, bessere Kognition, Vigilanz. Keine Ahnung, warum immer so auf citalopram geschwört wird, mein Psychiater mag auch Sertralin lieber. Studienergebnisse bescheinigen Sertralin bessere Kognition, Vigilanz, Motorik und empfehlen es als 1. Wahl für Berufstätige. Aber Herr Dreher benutzt es anscheinend gar nicht.

  57. Ich hatte eine psychotische Episode mit depressiven Verstimmungen und einer generalisierten Angststörung und bekomme jetzt 30mg Paroxetin – 6mg Risperidon – 47,5 mg Metoprololsuccinat und bei Bedarf und Schlafproblemen 15-60 mg Chlorprothixen. Die Medikation wurde stationär eingestellt und ich fühle mich echt gut. Habe keine NW und ich lebe wieder gerne.

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